Prävention vor (sexualisierte) Gewalt im Jugendwerk

Im Jugendwerk sollen sich alle Kinder, Jugendlichen, Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden sicher, respektiert und wohlfühlen. Deshalb setzten wir uns für den Schutz vor Gewalt ein. Wir setzen uns für eine gute Kultur des Hinsehens, Respekts und Schutzes ein.

Worum geht es bei Prävention vor Gewalt?

Prävention vor Gewalt bedeutet, Menschen vor Gewalt zu schützen – egal, ob körperlicher, psychischer, sexualisierter und digitaler Gewalt.

Gleichzeitig wollen wir ein gutes Umfeld schaffen, in dem Menschen sich frei entwickeln können. Dort sollen Menschen ansprechen können, was ihnen wichtig ist. Wir möchten junge Menschen stärken, ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse zu erkennen und deutlich zu machen. Wir unterstützen Ehrenamtliche und Hauptamtliche dabei, Verantwortung zu übernehmen, aufmerksam zu handeln und im Verdachtsfall sicher reagieren zu können. Dabei orientieren wir uns an den Grundwerten des Jugendwerks. Uns ist Respekt, Vielfalt, Partizipation und gegenseitige Wertschätzung wichtig.
Wir fördern eine offene Kultur. Alle sollen über Unsicherheiten, Grenzverletzungen, Konflikte und Fehler sprechen können.

Prävention verstehen wir als gemeinsame Aufgabe aller Menschen im Jugendwerk. Gewalt hat im Jugendwerk keinen Platz.

Was machen wir konkret?

Prävention vor Gewalt ist ein fester Bestandteil der Jugendwerksarbeit auf allen Ebenen. Dazu gehören unter anderem:

  • Kinder und Jugendliche sollen mitbestimmen können.
  • Kinder und Jugendliche sollen Beschwerden äußern können.
  • Wir entwickeln Schutzkonzepte und setzen sie um.
  • Wir informieren über Grenzverletzungen und verschiedene Formen von Gewalt.
  • Wir bieten Schulungen und Fortbildungen für Ehrenamtliche und Mitarbeitende an.
  • Wir zeigen, wie Menschen in schwierigen Situationen sicher handeln können.
  • Wir stellen Informationen und Materialien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bereit.
  • Wir arbeiten mit Fachberatungsstellen und anderen Fachleuten zusammen.
  • Wir prüfen unsere Angebote und Strukturen regelmäßig.
  • Wir denken über unsere Arbeit nach und verbessern sie bei Bedarf.

Unser Ziel ist es, sichere Räume zu schaffen. Dort sollen Kinder und Jugendliche sich frei entwickeln können. Dort sollen sie gute Erfahrungen in der Gemeinschaft machen können.

Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass das Jugendwerk ein Ort bleibt, an dem sich Kinder und Jugendliche sicher, respektiert und willkommen fühlen.

Ansprechperson

Isabel Gottschling (sie/ihr)
Isabel.Gottschling@awo-owl.de

Du möchtest mehr wissen? Du hast Fragen? Du möchtest Unterstützung? Du möchtest aktiv werden?

Egal, ob du Fragen zum Thema Prävention vor Gewalt hast, selbst eine Beratung benötigst oder eine Idee für dein Jugendwerk einbringen willst: Melde dich einfach!

Anonyme und kostenfreie Beratungsmöglichkeiten:

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016 (24 Stunden erreichbar)
TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 (24 Stunden erreichbar)
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530
Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 116 111
Weißer Ring (vertrauliche Unterstützung für Opfer von Straftaten und Gewalt): 116 006
Weitere Übersicht und Infos: Hilfe und Beratung bei Missbrauch – N.I.N.A. e.V.

Unser Schutz- und Stärkungskonzept besteht aus den folgenden Bausteinen:

  1. Wir sorgen auf unseren Veranstaltungen für eine gute Atmosphäre, für Transparenz und für – auch anonyme – Beschwerdemöglichkeiten sowie Ansprechpersonen (Awareness). Wir nehmen unsere Teilnehmenden ernst.
  2. Wir achten die Grenzen aller an unseren Maßnahmen Beteiligten und tolerieren keine Grenzverletzungen. Unsere Teamenden, Vorstände und Geschäftsführungen nutzen ihre Rolle im Autoritätsgefüge (Macht-Ordnung) zu Teilnehmenden und haupt- oder ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen nicht aus.
  3. Unsere Teamenden sowie alle Mitarbeiter*innen legen ein aktuelles, erweitertes Führungszeugnis vor. Die Dokumentation der Führungszeugnisse obliegt den Geschäftsstellen
  4. Unsere Teamenden, Vorstände und Mitarbeiter*innen besprechen und unterschreiben eine Selbstverpflichtungserklärung. Diese macht deutlich, welche Haltung wir von unseren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden erwarten.
  5. Unsere Teamenden nehmen regelmäßig an einer Schulungseinheit zum Thema Prävention teil. Die Schulungen werden durchgeführt vom Bezirksjugendwerk und/oder einer Fachberatungsstelle und umfassen die Inhalte: Informationen, Sensibilisierung, Gefährdungsanalysen, Handlungsempfehlungen und Krisenpläne.
  6. Unsere Jugendwerke arbeiten mit regionalen Fachberatungsstellen zusammen, welche im Krisenfalle fachliche und sachliche Unterstützung bieten.
  7. Wir haben Handlungsleitfäden entwickelt, an denen sich unsere Teamenden orientieren. Diese umfassen sowohl allgemeine Situationen, den Umgang mit Nähe und Distanz, als auch akute Krisen.

Das Konzept wird regelmäßig auf Aktualität, Vollständigkeit und Umsetzbarkeit geprüft und ggf. verändert und ergänzt. Um das Konzept zu leben, wird es in den Teams besprochen werden.

Partizipation, unsere Werte, offene Fehler- und Feedbackkultur und eine grenzachtende Kultur bilden die Basis für unsere Arbeit.